Alte Tradition zu Pfingsten

Bereits 1926 hat das alte Brauchtum, zu Pfingsten einen Baum aufzustellen in Verbindung mit Spass und Spiel, seinen Anfang gefunden. In diesem Zeitraum ist auch der Norderneyer Heimatverein gegründet worden, der für die darauf folgenden Veranstaltungen verantwortlich war.

Seit nun knapp einem Jahrhundert wird jedes Jahr zu Pfingsten ein mit Girlanden geschmückter Pfingstbaum aufgestellt. Die Farben der Girlanden, die der Baum trägt, sind Weiß, Blau und Schwarz. Weiß steht für den Sand, Blau für die See und Schwarz für das Kap. Der damalige Platz für das Aufstellen des Baumes war vor dem großen Logierhaus (heute Kurhotel). Am Pfingstsonnabend dieses Jahres wurde dann, wie der Brauch es verlangt, der Pfingstbaum vor dem Conversationshaus aufgestellt mit Unterstützung einer Spielschar des Heimatvereins in Folklorekleidung. Das Aufstellen des Baumes soll an die Friesische Einigkeit erinnern und stammt ursprünglich aus dem Mittelalter.

Wer einmal gesehen hat, dass leere Schnapsflaschen an dem Baum hängen, und sich fragt „warum?“, dem ist zu erklären, dass es sich hier nicht um einen kleinen Scherz handelt, sondern um eine alte Protestaktion auf Norderney. Damals wurden immer um Pfingsten herum die Steuern und Abgaben erhoben. Das Geld, was den Fischern dann noch blieb, wurde größtenteils komplett in Alkohol investiert und daraus resultierend gab es häufig wilde Schlägereien und oftmals auch Schlimmeres. Um dies zu vermeiden, wurden derartige Trinkgelage kurzerhand einfach verboten. Das ließen sich aber wiederum die Fischer nicht bieten und tranken einfach den Alkohol schon VOR dem Steuertermin leer. Und so wurden die nun schon leeren Flaschen zur Belustigung und als Protest an den Baum gehängt.