Kein dringender Handlungsbedarf erforderlich?

Auch in dieser Woche ist es wieder passiert…, eine Fähre der Frisia blieb auf der Fahrt von Norderney nach Norddeich stecken. Mit etwa einer Stunde Verspätung erreichte Sie dann doch noch den Hafen in Norddeich. Dies ist leider zur Zeit kein Einzelfall. Die Fahrrinne, die von den Schiffen befahren wird, verschlechtert sich immer weiter. Da der Meeresboden in ständiger Bewegung ist, treten hier leicht Veränderung auf, die sich dann auch auf den Fährverkehr auswirken können. Durch die letzten Sturmfluten hat sich der Zustand aber eben sichtlich zum Negativen verändert und die Reederei Norden-Frisia hat daher oftmals mit Verspätungen oder gar Ausfällen zu kämpfen.

Für die Frisia Grund genug, an dem aktuellen Zustand der Fahrrinnen scheunigst etwas zu ändern. Das Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Emden und Aurich sieht dies allerdings nicht so und geht ganz gelassen an die Sache. Leiter des WSA Emden Günter Rohe betonte, dass es zwar ärgerlich für den schönen Service der Insel Norderney sei, aber es besteht ja nun mal keine Sicherheitsgefährdung für die Schiffe. Außerdem sei die Maßnahme der Ausbaggerung, die von der Frisia gefordert wird, nie die beste Lösung, da durch ständige Bewegung des Meeres auch ein Erfolg erzielt werden könne, der nicht von großer Dauer sei. Daher müsse man Aufwand und Wirtschaftlichkeit immer genau abstimmen. Bereits im September sei mit der Frisia zusammen ein Teil ausgebaggert worden, leider wohl auch nur mit mäßigem Erfolg. Wenn aber ein tideunabhängiger Verkehr eingerichtet werden soll, sei eine Baggerung unumgänglich und werde auch durchgeführt Dies ist für Norderney der Fall!

Die Reederei geht von Kosten zwischen 500 000€ und 1,5 Millionen€ aus. Da das WSA die ganze Sache erst genau prüfen muss, kann von „umgehend“ leider nicht die Rede sein. Als dringende Sofortmaßnahme könne ein solch großes Projekt schon mal gar nicht umgesetzt werden. wie ein Mitarbeiter des WSA Aurich betonte. Die Maßnahme müsse korrekt ausgeschrieben werden und werde dann in einem behördlichen Verfahren abgewickelt.

Aktuell beraten die Parteien über das weiteres Vorgehen, nachdem neueste Peilungen des Bereiches vorliegen. Wie es aussieht, müssen sich aber alle noch ein wenig in Geduld üben…, auch die Passagiere auf den Schiffen.