Natur erhalten?

In einer politischen Debatte, die aktuell ganz Norderney beschäftigt, geht es um die Frage der Bebauung eines Grundstückes, welches Einheimischen unter dem Namen „Hinni Buck sien Thun“ bekannt ist. Das Grundstück, das an der Weststrandstraße liegt, hat eine Größe von eindrucksvollen 9.200 Quadratmetern und ist derzeit stark verwildert, aber dadurch auch ein hervorragender Ort für die natürliche Vegetation auf der Insel.

Auf der letzten Ratssitzung wurde nun beschlossen, das Gelände „wertvoll zu beplanen“ und mit überwiegender Mehrheit hat der Stadtrat die Zukunft der Grünfläche beschlossen. Hintergrund ist eine 13 Jahre alte Verpflichtung aus dem Kommunalisierungsvertrag, bei  dem das frühere Staatsbad Norderney in das Eigentum der Stadt Norderney übertragen wurde. Aber nicht jeder Sitzungsteilnehmer war von diesem Plan begeistert. Beispielsweise Jann Ennen von der CDU wolle, wie er ankündigte, nochmals auf seine Landtagsabgeordneten zugehen und klären, ob es nicht auch eine andere Lösung für das Grundstück gebe. Es müsse nicht jeder Fleck Natur auf Norderney als Baugrundstück verwendet werden. Man habe einen Grünen Umweltminister, welcher auch etwas ändern könne, so Ennen. Trotzdem stehe er hinter dem Vertrag mit dem Land und habe sich vor 13 Jahre erheblich bei dem Kommunalisierungsvertrag mit eingebracht.

Wie es aussieht, ist aber die Bebauung des Grundstückes beschlossene Sache und rechtlich ist so gut wie nichts zu machen, wie der Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) Hartmut Andretzke bedauerte. Es sei Schade, dass die letzten „Wildnisreste“ im Ortsteil zerstört würden und er sehe es als eine Grundsatzfrage, eine solche Naturfläche mitten im Zentrum Norderneys zu erhalten.