Norderneyer – Ein Völkchen für sich

Auf Norderney herrscht unter den Einheimischen eine ganz eigene Art, ob es die Lebensweise ist, alte Sitten oder natürlich die „Landessprache“ Plattdeutsch. So ist man zum Beispiel gut beraten, wenn man als Besucher auf der Insel ist, die Einheimischen mit einem kurzen „Moin“ zu grüßen. Wenn man vermeiden möchte, von den Norderneyern als ‚unwissend‘ betitelt zu werden, sollte man das „Moin Moin“ unbedingt vermeiden. Man grüßt sich auf der Insel kurz und knapp, meist auch  nur mit einem „He“. Die Hand gibt man sich auch nicht, außer zu Neujahr, denn die Begegnungen auf der Insel mit der gleichen Person finden recht häufig statt.

Ein weiteres Brauchtum der Insulaner ist die Mittagsstunde, die von 13.00 – 15.00 Uhr statt findet. „Eben van’t Beenen off“, heißt es auf Plattdeutsch, „Eben mal von den Beinen runter“, übersetzt.  In dieser Zeit sollte man die Telefonanrufe in den Privathaushalten vermeiden, denn diese Zeit ist eine Phase der Entspannung und der Ruhe. Einigen Arbeitnehmern ist es sogar möglich eine kurze Siesta zu halten, wenn der Arbeitsplatz zwei Ecken weiter ist.  Wegen der kurzen Wege auf der Insel wird von den Bewohnern auch weitestgehend auf Autos verzichtet.  Wer wohin will, nimmst sein Fahrrad, oder auch „Drahtesel“ genannt. Diese Drahesel gibt es auf Norderney in sämtlichen Ausführungen und an einigen ist ausdrücklich deklariert „Hannen wech von mien Drahtesel“, was soviel heißt wie „Finger weg!“