Hobbykutter sinkt vor Greetiel

Genau vor einer Woche ereignete ich etwa 2,5 Seemeilen westlich von Greetsiel ein kleines Drama. Der Hobbykutter „Vadder Listig“ mit seiner 2-köpfigen Besatzung war in Seenot geraten und sendete gegen 8:45 Uhr einen Notruf. Die beiden Hobbyfischer hatten einen Wassereinbruch an Bord bemerkt und das Boot sank recht schnell auf den 1,5 Meter tiefen Grund des Osterems. Die beiden Männer konnten ich glücklicherweise noch  rechtzeitig auf ihrem Schlauchboot in Sicherheit bringen.

Nachdem der Notruf eingegangen war, rückten das Vermessungsschiff „Norderney“ sowie die „Lütjeoog“   zum Unfallort aus, um den Havaristen Hilfe zu leisten. Ebenso war die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mit ihrem Seenotrettungskreuzer „Alfried Krupp“ (Borkum) vor Ort und dem Seenotrettungsboot „Woltera“ (Juist). Außerdem beteiligten sich noch das niederländische Rettungsboot „Jan en  Titia Visser“ und der Rettungshubschrauber der Marine. Die beiden 67 und 72 Jahre alten Männer konnten durch die „Norderney“ schnell aus ihrem Schlauchboot gerettet werden. Allerdings lag die „Vadder Listig“ immer noch auf Grund und nur noch die Aufbauten ragten aus dem Wasser. Eine sehr gefährliche Situation für andere Schiffe, die diesen Weg passieren würden. Also sollte die „Lütjeoog“ die Unfallstelle absichern und es gelang den Crew-Mitgliedern auf Anhieb, bereits lose Teile des gesunkenen Bootes zu sichern. Nachdem die „Vadder Listig“ bei ablaufendem Wasser mehr und mehr trocken lag, war es der Lütjeoog-Besatzung sogar möglich, die Lecks abzudichten, die für das Sinken verantwortlich waren. Das restliche Wasser, welches sich noch an Bord befunden hatte, wurde mit einer sogenannten Spülpumpe aus dem Inneren des Bootes befördert. Um den nötigen Auftrieb noch zu verstärken, brachten die Retter am Kiel des Bootes mehrere Fender an und so trieb die „Vadder Listig“ gegen 21:00 Uhr bei Hochwasser auf, als wäre nichts gewesen.

Die Lütjeoog, die das Boots an den Haken genommen hatte, schleppte die Vadder Listig in 2 Etappen vorsichtig in den Norddeicher Hafen, wo es am folgenden Tag der Wasserschutzpolizei übergeben wurde und weitere Ermittlungen durchgeführt wurden.

Die Kosten für die Bergung des Bootes müssen die Eigner selbst tragen. Allerdings seien diese noch äußerst glimpflich davon gekommen, denn die Kosten für eine richtige Bergung wären um ein vielfaches höher ausgefallen, als die Trockenlegung und  das Abschleppen des Bootes.