Klassenfahrt in die falsche Richtung

Vorgestern verwandelte sich die Klassenfahrt einer Schulklasse nach Juist in eine Irrfahrt. Der Busfahrer aus Wiesbaden sollte die Schüler samt Lehrer zum Hafen nach Norddeich in Ostfriesland bringen, von wo aus es dann mit der Fähre weiter auf die Inseln Juist und Norderney geht. Dem Busfahrer allerdings unterlief ein kleiner Fehler, denn er speicherte das falsche „Norddeich“ in sein Navi ein, und so fuhr die Klasse in dem Bus Richtig Norddeich in Schleswig-Holstein. Nachdem der Fahrer mehrmals darauf hingewiesen wurde, dass sie wohl  auf dem falschen Weg waren, registrierte dieser den Fahler tatsächlich erst kurz vor dem Ziel. Die Schulklasse musste also einen riesen Umweg in Kauf nehmen, der natürlich entsprechend auch mit einem großen Zeitverlust verbunden war. Die Ankunft in dem „richtigen“ Norddeich war an dem Tag leider erst so spät, dass die Klasse die letzte Fähre nach Juist verpasste und kurz vor dem Ziel auf dem Festland festsaß.

Freundlicherweise gab es ohne Zögern Unterstützung vom Ulrichsgymnasium in Norden und vom DRK, die die Schüler samt Lehrer aufgrund ausgebuchter Jugendherbergen in der Turnhalle des Gymnasiums unterbrachen. Vorher wurde die Putzfrau noch einmal bestellt, damit auch alles ordentlich sauber war, das DRK brachte Feldbetten und Decken und in der Mensa gab es es eine warme Currywurst-Suppe als Stärkung für den anstrengenden Tag. Alle Beteiligten waren begeistert über so viel Hilfsbereitschaft und die Kinder halfen gern beim Ausbau der Feldbetten. Nach einer gefühlt abenteuerlichen Nacht in der Sporthalle gab es für alle ein leckeres Frühstück und die Weiterreise zum eigentlichen Ziel „Juist“ wurde angetreten.

Wie der Klassenlehrer der Klasse Carsten Schindler erwähnte, habe er noch nie so viel Freundlichkeit und Verständnis erlebt. Den Norddeutschen würde ja immer eine  gewisse Kühle und Distanz nachgesagt werden, aber so viel Herzlichkeit habe er selten erlebt. Für die Schüler war es ein tolles Erlebnis und die Stimmung war „partymäßig“.