Die Vogelwelt und Norderney

Die Flora und Fauna auf Norderney ist unglaublich vielfältig und die Vogelwelt spielt hier natürlich auch eine große Rolle. Man könnte sogar sagen mit die größte Rolle, denn jährlich besuchen tausende der gefiederten Tiere die Insel neben den Vögeln, die hier leben. Während der Zugvogeltage auf Norderney kann man eine weit gefächerte Artenvielfalt verschiedener Vögel erleben, die hier Rast machen, um sich auf ihrem langen Weg auszuruhen und zu stärken. Auch gebrütet wird hier was das Zeug hält. Die Kornweihe beispielsweise, die nebenbei auch das Maskottchen des Nationalparkhauses ist, brütet fast nur noch auf den Ostfriesischen Inseln und ist leider zu einer seltenen und sehr bedrohten Vogelart geworden. Im Jahr 2015 zählte man in ganz Deutschland nur noch 6 Brutpaare der Kornweihe, und 2 davon wurden auf Norderney ausfindig gemacht.

Auch der Kiebitz zählt zu den Vogelarten, die mittlerweile auf der roten Liste stehen. Da viele Landschaften immer mehr bewirtschaftet werden, Chemikalien und häufiges Mähen vielerorts an der Tagesordnung stehen, hat der schöne Vogel es wirklich nicht leicht noch passende Nahrung für ihn zu finden. Auf Norderney jedoch konnten glücklicherweise noch einige Brutpaare gefunden werden, denn der Kiebitz schätzt die natürliche Umgebung der Insel und kann sich hier frei in seinem Brutverhalten entfalten.

Ein weiterer interessanter Zeitgenosse ist der Austernfischer mit seinem leuchtend organgenen langen Schnabel. Er ist unverwechselbar mit seinem schwarz-weißen Gefieder und den langen Beinen, mit denen er gemütlich durch das Watt laufen kann, um sich seine Nahrung in Form von Muscheln, Krebsen, Würmern und Schnecken zu suchen. Man kann sagen, der Austernfischer ist tidenabhängig aktiv. Während  der Flut versammelt er sich mit seinen Artgenossen auf einem Rastplatz an der Inselkante und verträumt hier die Zeit bis zur nächsten Ebbe, wo dann wieder die Essenglocke für die Austernfischer läutet.

Es ist dringend darauf zu achten, Verbotsschilder für Hunde ernst zu nehmen, denn das Stören der Vögel, vor allem in der Brutzeit, kann fatale Folgen haben. Auch der Mensch sollte in ausgewiesenen Bereichen genügend Abstand von unseren gefiederten Freunden halten.